Freitag, 31. Januar 2014

Der Amaranth und die Paprika

Mein Essen für heute habe ich mal wieder im Kühlschrank stehen lassen. Als Strafe musste ich mal wieder einen Salat aus der Kantine nehmen. Naja, wie heißt das so schön, wer nicht hören kann muss fühlen. Heute ziehe ich mal meinen Schreibjoker. Was ich verheimlicht habe ist das wir kurz vor der veganen Zeit schon mal ein Testessen gemacht haben. Wir wollten wissen ob es überhaupt möglich ist diese Challenge zu bestehen. Wir stellten uns die Frage ob wir das ganze gekoche überhaupt in unseren Tagesplan integriert bekommen und natürlich stand auch die Frage im Raum ob es überhaupt schmeckt was man so kochen soll oder ob wir lieber schon mal die Notfallnummer an den Kühlschrank heften. Also haben wir im Internet ein veganes Gericht rausgesucht. Eins von Attila sollte es nicht sein da wir während der Challenge größtmögliche Abwechslung haben wollten. Somit wurden es Paprikaschoten gefüllt mit einer Amaranth-Bohnen-Mais Mischung. Das Rezept kann man hier nachlesen. Das ganze dauerte leider sehr lange. Der Amaranth musste gut 40 Minuten kochen bevor man ihn zusammen mit Räuchertofu, Mais, Zwiebeln und Bohnen in die Paprika füllen konnte. Und dann auch noch das ganze für eine gute halbe Stunde in den Ofen. Nichts für Leute die Hunger haben. Wir haben auf halben Weg auch überlegt eine Pizza zu bestellen. Hatten ja noch nicht mit der Challenge angefangen. Aber schon dort hat sich unserer Durchhaltewille gezeigt und sind Standhaft geblieben. Am Ende wurden wir mit der Erfahrung belohnt das Amaranth fürchterlich schmeckt und ein solch mühsam zusammengebrauten Gericht doch mehr oder weniger zerstören kann.

In den letzten Tagen habe ich mich nochmal schlau gemacht um herauszufinden woran das liegen kann. Der einzige logische Tipp war den Amaranth vorher zu Waschen. Das ist aufgrund seiner Größe (ganz kleine Perlen) nicht so einfach, aber ich werde es trotzdem mal ausprobieren. Wenn ihr einen guten Tipp habt warum der Amaranth so komisch schmeckt immer raus damit. Um es wirklich vegan zu halten konnten wir ja nicht unmengen Käse über die Schoten streuen, auch wenn es dieser um einiges leckerer gemacht hätte. Als Alternative kann ich ja mal auf diese Seite hier verweisen. Auf der wird Beschreiben wie man Mandelmus auch zu Überbacken verwenden kann. Haben wir hier auch schon mal ausprobiert und geht wirklich gut. Sieht lecker aus und schmeckt auch noch (auch wenn ich wirklich gerne eine Käsekruste auf meinem Essen habe). Am Wochenende werde ich mir mal eine Schreibpause gönnen. Auch wenn ich wirklich gerne hier Abend für Abend sitze und mich über das beschwere was ich so den ganzen Tag essen muss und mich zusammenreißen muss nicht zu schreiben was ich mir den ganzen Tag anhören muss brauche ich eine kleine Pause. Da ich auswärts bin hat meine Frau für mich schon essen für Samstag und Sonntag gemacht und ich werde versuchen mich auch ohne sie vegan zu Ernähren. Ich glaube aber das es nur vegan sein wird und nicht vegan nach Attila. Sorry Hildi.

STOP: Ich habe natürlich was wichtiges Vergessen. Heute gab es bei uns vegane Lasagne. Genauer gesagt Zucchini-Lasagne mit Pilzfüllung und Mandelcreme. Sehr lecker. Ich durfte sie schon mal bei meinem Bruder kosten. Der hat sie mit seiner Freundin zusammen fast noch einen Tick besser hinbekommen als meine Frau heute. Mag aber auch daran liegen das ich so gerne bei meinem Bruder zu Besuch bin.

Donnerstag, 30. Januar 2014

Veganer töten Tiere

"Veganer töten Tiere" mit dieser Aussage wurde ich heute konfrontiert. Ich bin über einen Artikel der Süddeutschen Zeitung gestoßen. Dieser greift einen Blogeintrag bei Urgeschmack.de auf. In diesem wird mit allerlei Hinweis auf Fachliteratur beschrieben das Veganer und Vegetarier 25 mal mehr fühlende Wesen töten als der bewusste Fleischesser. Lest es euch am besten selber durch und macht euch dazu eine Meinung. Ich bin nicht auf die 30 Tage eingegangen weil ich aus ethischen Gründen kein Fleisch mehr essen will, sondern weil meine Frau gerne so leben möchte. Aber ich gebe zu in der vergangen Zeit hat man sich schon ein bisschen mit der Idee des veganen Lebens und der Philosophie dahinter beschäftigt. Ich danke nun wirklich ab und zu mal an das Tier was hinter meinem Essen steht, bzw. stand. Wo kam es wohl her? Unter welchen Umständen wurde es großgezogen? Wie ist das Futter angebaut worden und wie viele Medikamente wunden ihm verabreicht? Fragen auf die ich kaum eine Antwort bekommen werde. Nicht weil sie mir keiner Beantworten will sondern weil keiner eine richtige Antwort weiß. Das ist mit dem Gemüse eigentlich auch so. Im Supermarkt kann man das Herkunftsland ermitteln, aber wie das Gemüse dort angebaut wurde, wie behandelt und wie geerntet wurde erklärt sich einem normalerweise auch nicht. Hier mal ein Biosiegel, da mein ein regional Aufkleber. Aber was ein Biosiegel wert ist sieht man ja leider öfters mal.
Ich bin mir sicher solche Berichte finde ich auch schnell zum Thema Gemüse, der Hühnchenbericht soll nur als Beispiel dienen. Doch nichts essen ist ja auch keine Alternative. Was also machen. Es kann ja nicht jeder von Lichtnahrung leben. Ich hoffe für mich finde ich in den letzten 12 Tagen für mich eine Antwort. Bis dahin lebe ich weiter streng Vegan nach Attila. Und das bedeutete Heute: Weiße Bohnen in Tomaten-Tofu-Soße.

Nach der Pleite gestern ein Lichtblick. Das war lecker. Die Bohnen muss man mögen, aber das tue ich ja. Ist auch mal ein Gericht gewesen was in 15 Minuten fertig war. Auch wenn wir für das Kochen noch nie ewig in der Küche gestanden haben so ist es doch meist mit etwas mehr Aufwand verbunden. Das schönste ist für morgen ist auch noch was übrig. Das heißt also ich muss nicht noch ein viertes Mal diese Woche den überteuerten und leider nicht besonders schmackhaften Salat in der Kantine ertragen.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Der Muff im Essen

Und mal wieder haben wir ein an sich schönes Gericht durch eine ganz besondere neue Zutat zu einem Debakel werden lassen. Und das auch noch offenen Auges denn der erste versuch mit dieser speziellen Zutat ist auch schon misslungen. Auf dem Plan stand heute gefüllte Zucchini. Bestandteile sind:

  • Zucchini
  • Amaranth
  • Tomatenmark
  • Räuchertofu
  • Zwiebeln 
  • Knoblauch
  • Mandelmus
  • Zitronensaft
  • Wasser
Alles in allem ganz lecker wenn man das so ließt. Aber der Amaranth versaut einem den ganzen Spaß daran. Denn dieser schmeckt wie Erde, Heu oder Pferdestall. Keine Ahnung. Er riecht schlecht und schmeckt noch schlimmer. Im Internet sind geteilte Meinungen zu finden. Die einen sehen es wie ich die anderen behaupten das ich wohl überlagerten Amaranth habe. Die Packung gibt her das er noch ewig lagerbar ist. In gepoppter Version kommt er jeden Tag in mein Müsli. Da, gebe ich zu, schmeckt er auch. Aber gut, unser Essen von heute war eher was zum abgewöhnen und rief einem ins Gedächtnis das es nur noch 13 Tage sind.

Ich habe gestern so viel geschrieben das ich gar nicht erwähnt habe was für eine Held ich war. Ich habe trotz Schnee und -2°C meine Schuhe angezogen und bin gejoggt. Ja gejoggt. Man glaubt es kaum aber ich konnte mich wirklich überwinden. Und ich habe was gelernt. Bei Minusgraden ist eine Jogginghose einfach nicht genug. Ich dachte bei der Kälte brauche ich ja nun wirklich nicht in kurzer Hose laufen und meine Jogginghose ist dem Namen nach ja dann wohl die beste Wahl. Jogginghosen sieht man hier übrigens an jeder Ecke schließlich ist es die Hose die ein Viertel wie Evershagen erst den richtigen Schick verleiht. Mit einer solchen Hose aber mal wirklich jemanden joggen zu sehen ist dann wiederum eher eine Seltenheit. Doch ich wollte allen zeigen das meine Jogginghose halt nicht nur, wie hier üblich, für den Weg zum Bierstübchen taugt, sondern wirklich ihrer Bestimmung zugeführt wird, dem Joggen. Ich stellte aber leider schnell fest das meine Jogginghose nicht zum Joggen bei diesen Temperaturen taugt. Die ersten 2,5 km habe ich gefroren. Danach setzte die Erschöpfung ein und ich hatte mehr damit zu tun nicht am Straßenrand zusammen zu brechen als zu frieren. Ich vermute ich benötige modernere Kleidung sollte ich vorhaben bei solchem Wetter öfters zu laufen. Trotzdem bin ich stolz auf mich. 33 min für die 5,2 km.
Das sind 6 min 20 sek für jeden km. Ziel wäre unter 6 min zu kommen aber ich vermute das bedarf ein etwas intensiveres Training. Nichts desto trotz freu ich mich die Strecke ohne nennenswerten Muskelkater und ohne Pause durchgelaufen zu sein. Vielleicht gehe ich bei guter Wetterlage am Freitag nochmal laufen. Aber ich werde bestimmt nicht ohne eine Unterhose laufen.

Dienstag, 28. Januar 2014

Junges Gemüse

Eigentlich ist so ein Supermarktbesuch ja eine schnelle Sache. Rein, einpacken, bezahlen und raus. Wir stolpern ab und zu noch über die Lebensmittelsonderangebote. Taccos mit Wasabigeschmack, neonfarbenes Eis, Parmaschinken aus Russland oder Frischkäse mit ganzen Stücken. Die müssen dann auch noch sein auch wenn sie nicht geplant waren. Das hält ein bisschen auf da erst groß diskutiert werden muss ob denn die Stücke im Frischkäse auch groß genug sind oder man nach Neoneis auch eine Neonzunge bekommt. Doch letztendlich sind wir schnelle Einkäufer. Seit wir mit Attila leben (und nach dem Agavengiftsaftschock wohl auch sterben) läuft das ganze etwas anders ab. Nach dem Betreten eines Supermarktes ist eigentlich nur die Gemüseabteilung und die Exotikecke von Interesse. In der Exotikecke bei uns im Markt stehen meist Gewürze wie Curry oder Kümmel. Manchmal findet man auch eine Salsasoße, aber das war es dann an Exotik. In der Gemüseabteilung hält man sich dann für den Kauf eines Kohlrabis, einem Bund Möhren und einer Avocado gefühlt ewig auf. Wo früher einfach nur in den Wagen getan wurde, wird jetzt jede Möhre einzeln inspiziert und geprüft. An der Avocado wird jede Stelle leicht abgedrückt um zu prüfen ob sie auch die richtige Konsistenz hat (sie muss leicht nachgeben wie ein Sack Sand) und der Kohlrabi wird an besten noch mal ans Fenster gebracht um zu prüfen ob er wirklich nur blassgrün ist und nicht doch ein paar mildgrüne Stellen hat. Aber wir wollen ja das beste vom besten auf unserem Teller. Deswegen macht man sich natürlich auch Arbeit. Dieses Prozedere muss aber auf Außenstehende eine faszinierende Anziehungskraft ausüben. Wir stellen immer wieder fest das sich nach einer gefühlten halben Stunde vor der Lauchauslage kleine Menschengruppen um uns bilden. Schaut man auf und geht weiter zu den Radieschen bewegen sie sich wie aufgeschreckte Fliegen kurz von uns weg. Sowie wir aber wieder in unsere Gemüseanalyse verfallen kommen sie zurück wie zu einem Misthaufen. Das ganze wäre uns wahrscheinlich gar nicht so sehr aufgefallen da wir normalerweise ja mit dem Obst oder dem Gemüse beschäftigt sind. Doch gibt es immer wieder mal den Fall wo eine, meinst ältere, Dame und mit Rat und Tat zur Seite steht. Im besten Fall gibt es Kommentare wie: "Junger Mann, den Lauch würde ich nicht kaufen der ist im anderen Markt billiger." oder "Die Radieschen sind heute besonders frisch. Da können sie noch ein Bund mehr Einpacken." Solche Ratschläge nehmen wir gerne an. Nicht das wir wegen 5 Cent Preisunterschied nochmal durchs halbe Viertel fahren aber es ist ja ein wirklich nett gemeinter Tipp den man mit einem Lächeln und den Worten: "Danke für den Tipp, da werde ich das nächste mal vorher hinfahren" erwidern kann. Die Steigerung sieht wie folgt aus. Meine Frau berichtet von vermehrt auftretenden Kochtipps. Ihr wurde heute zum Beispiel von einem älteren Herren geraten den Kohlrabi in Streifen zu schneiden und mit Butter und Sahne neben einem schönen Kotelett zu servieren. Tja, der Anmachversuch ist am Vegetarismus meiner Frau gescheitert. Zum Glück, sonst hätte ich wohl heute Abend einen Mitesser am Tisch gehabt. Aber auch das lässt sich noch steigern. Ich stand gerade vor den Steckrüben und überlege wie ich meine Frau dazu bewegt bekomme einen Wrukeneintopf zu machen da stellt sich eine alte Dame (ältere wäre hier einfach untertrieben) neben mich und sagt: "Junger Mann, das ist kein Sellerie, das sind Wruken." Es drängt sich da wirklich die Frage auf ob ich so hilflos vor der Auslage stand das die gute Frau sich geradezu gezwungen gesehen hat mir zu Helfen oder mein gesamtes Erscheinungsbild einfach den Anschein erweckte das ich den Unterschied nicht kennen würde. Was erwidert man auf einen solchen,wirklich nett gemeinten, Hinweis? Ich Entschied mich dazu ihr den Spaß zu lassen. Sie wird ihren Urenkeln nun erzählen das die jungen Männer von heute nicht mal mehr die einfachsten Gemüsesorten auseinander halten können und, wäre sie nicht gewesen, meine Frau wohl eine Wruke für das Suppengrün hätte verwenden müssen. Ich habe jetzt einen Sellerie zu Hause und Attila kein Rezept dafür. Aber für heute stand der Essensplan ja schon. Es gab Kohlrabiravioli gefüllt mit Paprika-Mandelcreme an Tomatengemüse.  Geschmeckt hat es, aber der Einfachheit halber wird es das nächste mal einfach Kohlrabi in Streifen mit Paprika-Mandelcremesoße an Tomatengemüse geben. Dadurch spart man sich eine Menge Zeit in der Vorbereitung und zusammen mit einem Kotelett bekommen wir vielleicht noch noch einen Essensgast.

Montag, 27. Januar 2014

Agavengiftsaft

Der Schock sitzt noch tief aber ich werde trotzdem versuchen ein paar Worte zu unserer heutigen Erkenntnis über Agavendicksaft wiederzugeben. Mein lieber Herr Attila und auch der eine oder andere Bekannte hat uns diesen Zuckerersatzstoff als das non plus ultra verkauft. Kristallzucker ist der Tot, Agavendicksaft das flüssige Leben. Am Wochenende wurden die ersten Gegenstimmen laut. Ich bräuchte die Challenge ja nicht machen wenn ich mir nicht mein eigenes Bild über das machen würde was mir als gesunde Alternative empfohlen wird. Also haben wir uns heute mal hingesetzt und versucht herauszufinden was diesen tollen Dicksaft zum flüssigen Ambrosia macht. Erst mal herausfinden was Zucker eigentlich ist und woraus er besteht. Kristallzucker in weiß wie wir ihn in jedem Laden finden besteht zu 99,96% aus Saccharose und zu 0,04% aus Invertzucker (was der Unterschied ist, ist mir nicht ganz klar geworden). Saccharose besteht aus einem Fructose und einem Glucosemolekül. Damit der Körper die Saccharose also den normalen Zucker verwerten kann muss er ihn aufspalten. Dabei entsteht ein Fructose und Glucose im Verhältnis 50:50. Agavendicksaft besteht fast ausschließlich aus Fructose. Nur ein kleiner Anteil macht die Glucose aus. Leider habe ich hier kein Verhältnis gefunden ich gehe aber davon aus das es wohl mindestens bei 90:10 liegen muss. Da Fructose etwas süßer ist brauche ich vom Agavendicksaft ca. 10% weniger als vom normalen Zucker. Alles in allem nehme ich aber weit mehr Fructose auf als mit normalem Zucker. Fructose ist Fruchtzucker so wie er auch in Äpfel, Birnen oder Zitronen enthalten ist. Damit sein Essen zu süßen hört sich ja erst einmal sehr gesund an und wurde auch lange genau so Kommuniziert. Im Gegensatz zur Glucose kann die Fructose wohl nicht vom Körper verarbeitet werden und so wandert fast die ganze Fructose in die Leber zur Reststoffverwertung. Das kann eine Fettleber zur folge haben. Auch führ Fruktose zu einer erhöhter Harnsäurebildung was zu Gicht führt. Na danke. Zusätzlich führt ein hoher Fructosekonsum zu einer Leptin Resistenz. Leptin ist ein Hormon was dafür sorgt das wir satt werden. Somit führt vermehrter Fructosekonsum dazu, dass man mehr als nötig isst und dadurch natürlich Fett wird. Und nun das schlimmste. Fructose ist Krebsfördernd. Alles in allem fliegt der Agavendicksaft aus dem Regal. Und zwar im hohen Bogen. Dann lieber Zucker wie wir ihn schon immer hatten und davon am besten auch keinen. Ich bin kein Biologe und auch kein Chemiker. Ich habe mir das ganze in den letzten Stunden auf deiner Vielzahl an Internetseiten zusammengelesen. Nicht alles davon mag vollkommen richtig sein, aber für mich ist genügend wahres dran um den Agavendicksaft nicht mehr in meinem Essen haben zu wollen. Es wird also bis auf weiteres wieder richtigen Zucker geben. Wobei in den letzten Tagen so gut wie kein Zucker in irgendwelcher Form in unserem Essen war. Nur an der Torte und den Pralinen. Für alle die, die nun nur noch Frittiertes essen wollen weil sie nun Angst vor der Fructose haben. Obst bleibt weiterhin gesund. Denn alles in allem ist es wie immer eine Frage der Menge. Soweit zur Biologiestunde. Heute gab es Abends eine Tomatensuppe. Die Suppe war, auch wenn ich Tomatensuppe nicht zu meinen Lieblingsgerichten zähle, gut.
Die Oliven waren übrigens ein im Rezept nicht vorhandenes Feature. Wir werden langsam experimentierfreudig. Somit endet dieser Tag mit dem Vorsatz sich von meinem neuen Lieblingsfeind, der Fructose, fernzuhalten und dem guten Gefühl morgen mal wieder an sozialen Leben meiner Kollegen teilnehmen zu dürfen. Wir haben nämlich keiner Suppe übrig gelassen und deswegen geht es morgen in die Kantine.

Sonntag, 26. Januar 2014

Woche zwei geschafft

Wieder eine Woche rum. Eine Woche voller Grünzeug, Obst und Nussmusen. Ein Leben bestehend aus Beilagen ohne Hauptgang. Ein Leben ohne Kaffee, Zucker und Milch. Ein Leben zwischen kochen, essen, schlafen und abwaschen. Ein Leben mit Attila. Damit habe ich eigentlich schon alles gesagt was es zu den vergangenen zwei Wochen zu sagen gibt. Vielleicht fehlt noch der sportliche Aspekt aber den habe ich in den zwei Wochen ja auch sehr vernachlässigt.
Heute war aber zur Feier des Tages mal was besonderes Geplant. Da wir nach nun zwei Wochen mit täglichem kochen und abwaschen wirklich keine Lust mehr hatten, haben wir uns kurzerhand bei meinen Eltern eingeladen. Das ist natürlich nicht so einfach, da alle die Dinge die auf der "Nicht Essen" Liste stehen ja zu einem normalen Essen dazugehören. Somit brauche meine Mutter eine kleine Schulung in Sachen Veganer Ernährung. Wichtigste Erkenntnis war: Ja wir essen auch kein Hühnchen da sind schließlich Eier drin. Nach vielem hin und her wurde dann eine Kürbissuppe veranschlagt. Mit ungesüßter Kokosmilch natürlich. Normalerweise hätte ich interveniert und auf die letzten Tage mit Kürbisgerichten verwiesen aber es ging hier schließlich um einen Tag ohne Abwasch. Also Mund halten und essen was auf den Tisch kommt. Hier muss ich jetzt aber mal ein Lob an meine Mutter aussprechen. Die Suppe war rundum gelungen, nachweislich vegan nach Attila und zu meiner großen Freude waren meine Frau und ich nicht die einzigen beiden die sie mit Genuss gegessen haben. Wir kommen gerne wieder. An dieser Stelle mal was zur Nahrungskunde. Der Hokkaidokürbis enthält Unmengen an Beta-Karotin. Außerdem hat er noch beachtliche Mengen an Vitamin B1, B2 und B6, Vitamin C und E sowie Folsäure, Magnesium, Eisen und Phosphor zu bieten. Ein Wunderwerk der Natur. Nach so viel Vitaminpower schnell noch in die Sonne, wegen der Photosynthese. Bei -12°C fällt einem so ein Verdauungsspaziergang aber wirklich schwer. Das einzige was mich wirklich rausgetrieben hat sind die vielen an Kalorien die ich so kurz vor dem Wiegen noch wegfrieren kann, auch wenn die Apothekenumschau das gleich wieder relativieren muss. Außerdem die Bolohung die uns nach 2 Wochen Attila zusteht. Da wir letzte Woche einen Torte hatten haben wir uns diese Woche für Pralinen entschieden. Mit selbstgemachter zuckerloser und milchfreier Schokolade.
Auch eins der besseren Rezepte bei Attila. Dazu wäre natürlich ein Kaffee super gewesen. Aber so gab es nur einen Tee. Pfefferminze. Ich trinke den ja gerne aber ich befürchte nach den 30 Tagen wachsen mir kleine Minzblätter aus den Ohren. Gut dann ist der Nachschub wenigstens gesichert. Zum Abendbrot gab es Salat. Nach den ganzen Pralinen war der Hunger auch eher begrenzt vorhanden. Besonders war das Avocadodressing und die Birne im Salat. Hört sich komisch an schmeckt aber. Doch nach all der Schlemmerei stand ja nun noch das große Wiegen auf dem Programm. Gefühlt hat sich nichts getan zu letzter Woche. Ich sehe nicht schlanker aus, die Hosen passen immer noch und ich fühle mich auch nicht als würde ich fliegen können. Also bitte liebe Waage. lasse meinen Bauch wie er ist. Ich habe viel Geld investiert das er so schon rund aussieht. 2,3 kg. Zusammen mit letzter Woche macht das 4,8 kg die nun nicht mehr meinen ansehnlichen Bauch zieren. Ich befürchte ich werde bald Hosenträger brauchen.

Samstag, 25. Januar 2014

Frost

Heute ist ein schöner Tag zum ausspannen. Und das haben wir auch getan. Lange schlafen noch länger lesen im Bett und gegen Mittag erst Frühstück. Danach auf der Couch sitzen und das allseits beliebte Spiel "Wer aufsteht muss auch abräumen" spielen. Ich bin Profi darin und kann gerne auch mal bis zum Abendbrot sitzen bleiben um mich um diese Aufgabe zu drücken. Um mir die Zeit zu vertrieben stöberte ich etwas im Internet rum. Als erstes mal im Blog nachschauen ob jemand einen Kommentar geschrieben hat. Nichts. Ok Besucherzahlen checken. Ahh, die 3000ender Marke durchbrochen. Schön. Nochmal kurz überfliegen was ich gestern geschrieben habe. Achja, ich habe dem normales Menschen sein Essen schlecht gemacht. Ok. Das sollte ich nicht so oft machen. Will ja keinem den Spass am lesen und am essen verderben. Edlich war der Tisch abgeräumt und ich konnte mich wieder frei in der Wohnung bewegen. Doch dann überkam mich das schlechte Gewissen. Laut Attila muss ich ja nicht nur vegan und gesund essen sondern auch noch Sport treiben. Das letzte mal ist nun schon eine Woche her. Eigentlich wollte ich am Dienstag wieder laufen aber der Muskelkater hielt mich ab. Auch am Mittwoch konnte ich noch mit dieser Ausrede kommen. Und am Donnerstag wurde es kalt und glatt. Kam mir ganz gelegen. Aber heute hatte ich eigentlich keine Ausrede. Es war trocken und es gab kein Glatteis. Nur die -11°C schreckten mich ab. Auf der Suche im Internet nach einer guten Begründung warum ich heute nicht laufen kann fand ich leider nur Artikel die mir sagen Lauf Matthias, Lauf. Nach einer längeren Überlegung entschied ich mich nicht zu laufen. Es mag sein das die Winterspiele auch bei -20°C noch stattfinden und meine Lungen nicht gleich erfrieren wenn ich vor die Tür gehe aber aber ich bin nicht Matthias Buse der Skispringer sondern der Projektingenieur. Ich habe ein ausgeprägtes Kälteempfinden. Um aber mit Attila für diese Woche im Reinen zu sein habe ich mich auf mein Fahrrad geschwungen und entschieden es auch zu benutzen. Zwei Dinge habe ich dabei gelernt. 15 km können ganz schön lang sein und bei -11°C ist auch Radfahren kein Spaß. Kaum aus dem Haus bin ich schon fast am Sattel festgefroren. Warum habe ich eigentlich keine Sitzheizung für mein Fahrrad. Es soll ja mit der Bewegung besser werden. Im Internet stand das der Körper sich bei Anstrengung problemlos selber heizen kann. Das Internet lügt und das kräftig. Ich habe nach dem ersten Kilometer gefroren, ich habe nach 5 Kilometern gefroren und ich habe auch noch gefroren als ich schon längst wieder zu Hause in der Wanne lag. Ich war gut angezogen. Mit Unterhose, Pullover und Mütze. Nichts half. Wirklich nicht zu empfehlen.
Wir haben uns dann auch noch mal in unseren Lieblingsladen der letzten 13 Tage begeben. Der Bioladen im KTC. Ich bin immer wieder erstaunt was da los ist. Alle drei Kassen besetzt und sie kamen nicht hinter her. Die Nachfrage scheint enorm zu sein. Bei uns gab es nur die Dinge die wir sonst nirgendwo bekommen. gepoptes Amaranth, Sojajogurth, ungezuckerte Kirschen im Glas und Bio Kakaobutter. Ja all die leckeren Dinge. Und wieder dieses Volk in Leinen und Strick. Gut, jedem das seine. Die denken sich wahrscheinlich auch, man wie sieht der denn aus? Kann der sich nicht vernünfig ankleiden? Ob ich ihm eine Filzhose abgeben sollte? So ist wohl jeder etwas anders. Im normalen Leben wären wir nach dem Einkauf noch einen Kaffee trinken gegangen. Ist aber zur Zeit nicht drin. Also war die glorreiche Idee einen Tee trinken zu gehen. Aber wo? Ich kenne kein gemütliches Teestübchen hier in Rostock. Nur der Tütentee von der Stadtbäckerei Junge und den kann ich auch zu Hause haben. Zum suchen war es auch zu Kalt also schnell wieder ins Auto und ab nach Hause. Wer einen Teeladen mit Sitzecke kennt kann mir gerne mal einen Tipp geben. Zu Hause erwartete mich dann noch eine Überraschung. Meine Frau führt Haushaltsbuch. Das hätte ich ja nun wirklich nicht erwartet. Nicht nur das sie mich zu diesem Irrsinn anstiftet hat nun schreibt sie auch noch auf was uns das ganze kostet. Jeder Einkauf den wir für diese Challenge gemacht haben hat sie notiert. Ehrlich, wer will das wissen. Schlimm genug das so gut wie alles was ich gerne esse nicht mehr gegessen werden darf und mein Hintern immer noch Erfrierungen 3. Grades vom Sport hat. Nun muss ich auch noch sehen das unsere Ausgaben für Lebensmittel nach 13 Tagen vegan bei knapp über 300 Euro liegen. Das sind über 100 Pizzen. Oder 300 Ikea Hotdogs samt Getränk. Und ich hatte für all das Geld nur Gemüse, Salat und Tofu bekommen. Danke Attila. Vielen Dank.