Montag, 13. Januar 2014

Der erste Tag

Es geht Los. Seit heute 0 Uhr ist es also soweit. Die Veganchallange hat begonnen. Nach meinem Abschiedsessen von BurgerMe mit doppelt Fleisch und doppelt Käse fühlte ich mich gewappnet für die 30 Tage.

Denkste. Heute Früh stellten wir schlagartig fest das Frühstück ohne das schöne Vegane Brot je nur aus Tee besteht. Aber dank meiner Frau gab es trotzdem was. Porridge. In Mandelmilch gekochte Haferflocken. Für den Geschmack noch ein paar Scheiben Apfel mit rein und das vegane, nahrhafte und optisch höchst ansprechende Frühstück war fertig. Für meine Frau gab noch Kiwi aber ich wollte es am ersten Tag mit der Exotik nicht übertreiben.
Auf Arbeit stellte ich schnell fest das ein Tag ohne Kaffee eigentlich kein tag ist sondern die Verlängerung der Nacht mit Augen auf. Auch der als besonder erfrischend angepriesene Orange-Ingwertee bewirkte nichts. So ging ich also mehr Schlafwandelnd als Wach durch Büro und versuchte nicht mit dem Gesicht auf der Tastatur einzuschlafen. An solchen Tagen freue ich mich eigentlich sehr auf den Mittagstisch. Das Essen dort wird zwar nicht besser dadurch das man müde ist aber es lenkt einen von der durchgehenden Müdigkeit ab. Wenn einem tortzdem der Kopf in die Suppe fällt ist man dann wenigsten wieder wach. Nur was sollte ich da essen? Vorgesehen für heute war eigentlich Salat mit Quinoa Bulette. Aber die hatten wir natürlich nicht vorbereitet. Also gab es nur Salat. Natürlich ohne Dressing wegen dem Zucker in der Vinaigrette. Alles in allem ein unbefriedigendes Mittag. Salat. Da hätte ich auch Kaninchen werden können. Ich wurde heute weder richtig wach noch fühle ich mich, nach meinem zweiten Salat zum Abendbrot, noch besondern gut oder ausgeglichen. Kopfschmerzen und Müdigkeit begleiten den Drang nach was richtigem zu essen. Ich bin mal gespannt wie das morgen aussieht. Ich hoffe es wird besser. Denn so kann es nicht bleiben. Achso. Morgen gibt es natürlich auch wieder Porridge.

Samstag, 11. Januar 2014

Was esse ich eigentlich

Da ich ja selber kaum eine Ahnung habe was ich die nächsten 30 Tage essen werde habe ich auf der Suche nach der Antwort dieses Video gefunden. Ausschlaggebend für die Auswahl was eigentlich Attila. Der Mann dem ich das alles zu verdanken habe.

Freitag, 10. Januar 2014

Das vegane Ei


Wochenende. Normalerweise die meist ersehnten Tage der Woche. Normalerweise. Ich kann nur noch an das denken was mich ab Montag erwartet. Mental versuche ich mich schon die ganze Woche auf die Challenge vorzubereiten. Unter anderem mit dem Versuch mich vegetarisch zu ernähren. Klappt aber leider nicht so gut da die Kantine schon größere Definite bei der Zubereitung von warmen Wasser aufweißt. Ich erinnere mich nur ungern und mit leichtem Brechreiz an die vegetarischen Tortellini in Kräutersauce vom Mittwoch. Eigentlich ein Fall für die Kochprofis. Aber ich denke es würde schon helfen ihnen mal das Dr. Oetker Schulkoch in die Hand zu drücken zusammen mit dem Gewürze Grundausstattungsset. Ich gehe davon aus das die Jungs in Amerika die gerade am veganen Ei forschen das nicht nötig haben. Ja, einer der Auswüchse die der vegan Wahn mit sich bringt ist das Vegane Ei, bzw. der versuch das Ei vegan zu ersetzen. Ich bin mir nicht sicher was ich davon halten soll. Wenn ich mir so anschaue wo unsere Eier und die Hühner herkommen die man so verzehrt kann ich ja verstehen das ein Ei aus pflanzlichen Proteinen ein Fortschritt wäre. Erst recht die tausenden Eier die sich in Back- und Teigwaren befinden können einen schon nachdenklich stimmen. Aber ist ein solches Kunstei dann immer noch gesund. Ich möchte mich ja nicht 30 Tage vegan ernähren und dafür Lebensmittelzusatzstoffbingo Spielen. Es stellt sich also die Frage wie gesund veganes Essen ist bzw. sein sollte. Alles was ich in Attilas Buch gefunden habe ist fürchterlich Gesund, kommt aus dem Bioladen und sollte, wenn der Bioladen nicht lügt, in glücklichen Gärten groß geworden sein. Aber wenn man mal ehrlich ist kauft man normalerweise nicht nach gesund und Bio sondern nach bequem. Also im Supermarkt um die Ecke, oder wie bei mir im Getto natürlich im Discounter. Man greift wohl schon zur Biogruke wenn es eine gibt, aber wenn nicht tut es auch die normale. Hauptsache grün, lang und nach EU Norm geformt. Ich will ja meine Freizeit nicht ausschließlich mit der Suche nach und Zubereitung von Essen verbringen sondern mit dem Verzehr. Damit nehme ich in kauf das die Gurken bespritzt wurden, die Eier nur aus Bodenhaltung sind und das Hack Spuren von Schimmel enthalten kann. Auch wenn wir versuchen werden für die vegane Zeit alles in Bioqualität zu kaufen und auf Lebensmittelzusatzstoffe zu verzichten wird es bestimmt den einen oder anderen Einkauf geben der diesen Ansprüchen nicht ganz gerecht wird. Ich denke aber das es kein veganes Ei in der Zeit geben wird.

Donnerstag, 9. Januar 2014

Matcha


Nur noch 3 Tage. Ich gebe zu, so langsam wird es ernst und man fängt an sich darüber Gedanken zu machen, ob das was man sich vorgenommen hat bzw. einem vorgenommen wurde, auch gut für das persönliche Umfeld ist. Zu Geburtstagsfeiern das eigene Essen mitzubringen und es mit Sätzen wie "Nein, ich kann dir hiervon nichts abgeben. Ich ernähre mich vegan und kann hier nur diese von mir handverlesenen Roggenkörner im Hirsemantel essen!" hört man doch genauso gerne wie "Nein, kein Bier für mich. Habe ihr Matcha Tee? Nein? Dann nur ein stilles Wasser. Aber bitte nicht aus der Flasche die in der Sonne gestanden hat, da side bestimmt schon Algen drin. Danke."
Der Matcha Tee ist sowieso eines meiner großen Highlights. Im Buch das mein Leben für 30 Tage maßgeblich verändern soll wird er als das Wundermittel überhaupt angepriesen. Die positiven Eigenschaften lesen sich wie das Versprechen eines Pharmaunternehmers der einem ein Mittel für die Unsterblichkeit verkaufen will. Glaubt ihr nicht. Bitte, lesen und einen Hauch von Unsterblichkeit verspüren
Ich gebe zu ich bin ja leicht zu beeindrucken. Und mal ehrlich, was soll passieren. Im schlimmsten Fall wird meine Haut genauso Grasgrün wie das Pulver. Gut, einen Fraktionswechsel bei Ingress müsste ich dann wohl schon beantragen, aber schließlich geht es ja hier um nicht weniger als das ewige Leben. Also los auf zum Matchatee Dealer und her mit dem Zeug.
Sieht aus wie grünes Koks, und kostet auch fast genauso viel. 100g in Trinkqualität gibt es ab 70 Euro. Danke, aber nein Danke. Sollte ich 20 Tage Veganchallenge durchhalten bestelle ich mir 20g und versuche ihn mal. Das ist besser für meinen Geldbeutel und die Hautfarbe. 

Vegetarier habens schwer - Der Rest

Folgende Bestellung ist nach langer Überlegung herausgekommen.

  • Cheeseburger
  • Pommes mit Erdnussdip
  • Zuchinisuppe
  • Pakora
Was soll ich sagen, es war gut. Ich bin mir ziemlich sicher das der Burger mindestens genauso ungesund war wie die guten beim Restaurant zur Goldenen Möwe. Aber noch ist das ganze ja kein Kriterium. Veganer Käse besteht aus Wasser, Öl, Stärke, Konservierungsstoffen und Farbstoffen. Eindeutig nicht das was sich Attila vorgestellt hat aber im Veganen Burger eindeutig ein hingucker. Geschmeckt habe ich vom Käse aber nichts, weswegen beim nächsten Besuch wohl eher der Hamburger bestellt wird. Wir konnten es uns auch nicht verkneifen wie die Kiddies beim Italiener das essen zu Photographieren. Ich tröste mich mit dem Gedanken das es von uns wenigstens nicht via Sofortupload mit Retrofilter bei Facebook hochgeladen wird sondern sorgfältig überlegt in diesen aufgewählten Blog platziert wurde.


Vegetarier habens schwer

Seit heute ist es offiziell. Die 30 Tage Veganchallenge geht von Montag den 13.01. bis 11.02. Das macht noch 4 Tage Gnadenfrist. Also gut machen wir das Beste draus. Nach der Arbeit mal wieder essen gehen. Gesagt: Getan. Meine Frau war auch sofort für den Vorschlag zu haben und meinte auch gleich ein gutes und neues Restaurant zu kennen. Also Frau eingesackt und ab in die Stadt.
Eigentlich hätte es mit klar sein müssen. Als Vegetarier geht man vielleicht notgedrungen in ein Steakhaus, weil der Freundeskreis nun mal nicht nur aus Brokkolidünster und Sonnenblumkernkauer besteht. Er würde nie behaupten das ein Steakhaus ein gutes Restaurant wäre. Hier muss ich übrigens mal ernsthaft anmerken dass es für einen Vegetarier mehr als kompliziert ist ein gutes Essen aufzutreiben. Die meisten Restaurants verstehen unter vegetarischem Essen den kleinen Salatteller und Nudeln mit Tomatensoße. Es gibt Ausnahmen, aber die muss man erst mal finden. In Rostock gibt es folgende von meiner Frau getestete und für gut befundene Restaurants, die auch vegetarisch gut kochen können:

Inder "Bombayhaus"
Aus meiner Sicht einer der besten Inder überhaupt. Die vegetarisch gefüllte Paprika ist sehr zu empfehlen. Wenn ihr aber eher auf Fleisch steht und genauso scharf Essen könnt wie Angelina Jolie aussieht - dann nehmt das "Mutton Kofta".

Restaurant Cook
Ein Australier der zwar mit kleiner Karte aber großem Geschmack auftritt. Die Karte ist so klein, dass das vegetarische Gericht nicht mehr raufgepasst hat. Doch der Koch zaubert auf Wunsch ein hervorragendes vegetarisches Wokgericht. Einfach nachfragen. Ich selber nehme dort gerne den Straußenwok. Aber ich habe auch schon viel gutes über das Kroko gehört.

Ok ich schweife ab. Aber bei Gelegenheit oder bei Nachfrage werde ich mich gerne auch noch zu dem einem oder anderen Lokal hier in der schönen Hansestadt äußern.

Zurück zu unserem Essen heute. Wir waren also auf dem Weg in die KTV. Eine der schönsten Gegenden in Rostock wenn man um 18 Uhr versucht einen Parkplatz zu ergattern. Nach 15 Minuten erfolglosem kreuzen durch jede Gasse in dem ach so hippen Stadtteil habe ich das Auto ins Halteverbot mit dem Heck vor eine Ausfahrt bzw. Einfahrt einer Garage gestellt und meine Visitenkarte in der Heckscheibe hinterlassen, falls die Besitzer der Garage raus wollen. Ich bin ja ein guter Mensch. Nun noch zwei Querstraßen laufen und schon waren wir da. Beim Vegangster! Ich war geneigt laut schreiend wieder bis zum Auto zu laufen und mir meine eigene Kuh zu fangen. Da habe ich noch 4 Tage in denen ich essen kann was ich will und meine Frau schleppt mich doch ernsthaft in einen veganen Imbiss mit Sitzmöglichkeit. Ich war fassungslos. Aber da ich ja nun Hunger hatte, das Auto auf einem akzeptablen Abstellplatz untergebracht war und ich nur noch ein böses Wort von einer größeren Ehekrise entfernt war, machte ich gute Miene zum bösen Spiel und betrat das Lokal. Hamburger, Pommes, Cheeseburger und Vöner. Alles da was man erwartet. Meine Laune wurde besser. Hier wurde mir doch wirklich ein Veganer Cheeseburger versprochen. Ganz bestimmt würde der gute Herr Attila das lokal gleich anzünden und zusammen mit dem Weißmehl zur Hölle schicken. Aber ich fühlte mich gleich etwas besser. Fortsetzung folgt ...

Dienstag, 7. Januar 2014

Der erste Schock

Als erstes habe ich mir mal das Buch Vegan for Fit von Attila Hildmann in die Hand genommen und mir den Teil durchgelesen der nicht nur aus Grünkornrezepten besteht. Ach du Scheiße. In vielen schönen Worten macht er mir nicht nur mein Rumpsteak madig und lässt mich jedes Ei bereuen das ich je verputzt habe sonder erklärt auch gleich noch Nudeln, Kartoffeln und Kaffee zu einer Erfindung Satans. Um euch eine kurze Vorstellung von dem zu geben was ich 30 Tage nicht darf hier ein kleiner Leitfaden:

  • Fleisch
  • Fisch
  • Milch und Mischprodukte
  • Ei
  • Honig
Bis hier hin ja noch klar. Vegane Ernährung heißt ja auf alle tierischen Produkte zu verzichten. Ich gebe zu mir ist nicht ganz klar was man den armen Bienen antut wenn man ihren Honig isst aber gut, ich sehe ein das die Bienen den Honig ja vor mir im Mund hatten.
Dabei sollte es aber nicht bleiben. Folgende Produkte wurden gleich mal mit gestrichen:

  • Alkohol
  • Zigaretten
  • Kaffee
Hmm. Da wird man ja schon stutzig. Beim Kaffee musste ich gleich an den Kopi Luwak denken der bei uns zu Haus nur liebevoll Katzenkaffee genannt wird und von einer Katze ausgeschieden werden muss bevor er geröstet wird. Über den können sich die Veganexperten gerne streiten. Aber mir meine Jakobs Krönung wegzunehmen finde ich schon etwas irritierend. Auch verstehe ich nicht warum ich keinen Alkohol mehr trinken darf. Solange ich die Finger von der Tequillaflasche mit Wurm lasse ist doch eigentlich alles gut. Außerdem hatte ich in meinem Leben schon den einen oder anderen Veganen Tag durch Alkohol, wenn nichts essen auch zählt.  Aber es kommt noch schlimmer.

  • Weißmehlprodukte
  • Nudeln (aus Hartweizen)
  • Kartoffeln
  • Reis
  • Zucker (und alle Produkte die Zucker enthalten)
  • Süßstoffe
  • Farbstoffe
  • Kohlensäure
  • Konservierungsstoffe
Kohlensäure sowie Farb- und Süßstoffe bzw. Konservierungsstoffe sehe ich ja noch ein. ABER KARTOFFELN. Diese Diskussion wurde bei uns zu Hause heiß geführt. Das Buch schreibt nicht unbedingt vor Nudeln wegzulassen ignoriert sie aber vollkommen und verteufelt sie im Vorwort. Also wurde demokratisch abgestimmt. Herausgekommen ist das meine Frau gegen und ich für Nudeln bin. Also keine Nudeln. Kartoffeln und Reis werden mit dem gleichen Argument wie Nudeln auf die verbotene Liste gesetzt, natürlich mit demokratischer Abstimmung und streng nach Attila. Was ich erst ganz zum Schluss begriffen habe sind die Auswirkungen des Weißmehl und Zuckerverbots. Verzicht auf Weißmehl heißt im Klartext Verzicht auf Brot. Das gilt es zu verhindern. Nach langer Recherche habe ich ein Challengetaugliches Brot ausgegraben. Damit kann ich mir dann wenigstens für die Arbeit ein Sandwich machen.
Das Zuckerverbot hört sich einfach an ist es aber nicht. In fast allem was man kaufen kann ist Zucker drin. Wenn man sich zu Zutatenliste von vielen Produkten mal genau ansieht findet man Zucker. Ich bin selber noch nicht dazu gekommen jedes Produkt im LIDL zu prüfen aber ein Beispiel habe ich. Kidneybohnen. Es sind 4g Zucker auf 100g Bohnen enthalten. Heist also die sind auch gestrichen.
Alles in allem bin ich mehr als Schockiert worauf ich mich da eingelassen habe. Die Vorstellung einfach das Steak wegzulassen und durch eine Scheibe Tofu zu ersetzten war wohl etwas Blauäugig. Ich vermute das ist der Grund warum sich mein Trauzeuge als er von der Aktion gehört hat fast an seinem Glühwein verschluck hat.